Der Umgang mit Stress kann erlernt werden – Teil 2

Wie ich im letzten Beitrag erläutert habe, ist Stress eine sehr individuelle Angelegenheit. Menschen können aus ganz unterschiedlichen Gründen Stress empfinden und nicht alle Menschen reagieren darauf gleich. Deshalb gibt es auch keine allgemeingültigen Patentrezepte, wie man mit Stress umgehen soll. Viele einfache Tipps & Tricks hören sich zwar plausibel an und wecken Hoffnung, verfehlen aber oft die gewünschte Wirkung im Alltag.

Es gibt allerdings eine systematische Vorgehensweise, wie man persönlichen Stress reduzieren oder idealerweise ganz vermeiden kann. Die Vorgehensweise besteht aus 3 Phasen.

 

Phase 1: Ursachenforschung

In Phase 1 geht man die Entwicklung der persönlichen Stressreaktionen auf den Grund. Das geschieht in 3 Schritten, denn Stressreaktionen folgen einem Entwicklungsprozess, der nachvollzogen werden kann.

Schritt 1: Seine persönlichen Stressoren erkennen
Am Anfang einer jeden Stressreaktion steht ein konkreter Auslöser, denn von nichts kommt nichts. Sehr häufig liegen die Auslöser in unserem Umfeld und können von Mensch zu Mensch sehr stark variieren. Die Stress-Auslöser werden auch Stressoren genannt.
Beantworten Sie sich als erstes die Frage: „Bei welchen Gelegenheiten gerate ich in Stress?“

Sie können beispielsweise gestresst sein, wenn Sie zu viel zu tun haben und sich dadurch überfordert fühlen. Oder wenn Sie unter Zeitdruck stehen und das Gefühl haben, nicht rechtzeitig mit Ihrer Arbeit fertig zu werden. Es kann aber auch sein, daß der Faktor Zeit im Zusammenhang mit Ihrem Stressempfinden keine große Rolle spielt, sondern daß Sie beispielsweise auf zwischenmenschliche Konflikte oder auf permanente Störungen von außen gestresst reagieren.
Wenn Sie Ihre persönlichen Stressoren nicht auf Anhieb erkennen, dann ist es hilfreich, sie über einen strukturierten Fragenkatalog einzugrenzen – dazu später mehr.

Schritt 2: Seine persönlichen Stressverstärker identifizieren
Die Stressauslöser alleine erzeugen in uns allerdings noch kein Stressgefühl. Damit wir wirklich gestresst sind, müssen noch unsere ganz persönlichen Stressverstärker ins Spiel kommen. Diese zu erkennen ist der nächste Schritt.

Die Frage, die es zu beantworten gilt lautet: „Wodurch setze ich mich selbst unter Stress?“
Sie können sich beispielsweise unter Stress setzen indem Sie einen sehr hohen Perfektionsanspruch an sich selbst stellen oder immer alles unter Kontrolle behalten möchten, damit Sie vor Überraschungen gefeit sind. Sie können sich leicht vorstellen, daß diese beiden Ansprüche in Kombination mit Zeitmangel einen perfekten „Stress-Cocktail“ ergeben. Es fehlt Ihnen schlichtweg die Zeit, um alles perfekt zu machen oder bis ins kleinste Detail zu kontrollieren und das stresst Sie. Sie können sich aber auch beispielsweise durch Ihr soziales Umfeld unter Stress setzen, indem Sie zu hohe Ansprüche an sich selbst stellen und immer besser sein möchten als die anderen. Ein verbreiteter Stressverstärker ist auch der, daß man versucht, es allen seinen Mitmenschen recht zu machen. Ist dieses Bedürfnis übermäßig ausgeprägt, kann das dazu führen, daß Sie Ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse hinten anstellen und zu Dingen ja sagen, zu denen Sie eigentlich nein sagen möchten und auch sollten. Auf die Dauer kann das dazu führen, daß Sie sich unverstanden, übergangen und ausgenutzt fühlen.

Wenn sich Ihre persönlichen Stressverstärker nicht so leicht erkennen lassen, dann ist auch hier eine angeleitete, strukturierte Vorgehensweise ratsam.

Seine persönlichen Stressverstärker zu kennen, ist sehr wichtig, denn sie sind die unterschwelligen Treiber, die es ermöglichen, daß Stressoren bei uns wirken können.

Schritt 3: Sich seiner Stressreaktionen bewußt werden
Jetzt fehlt zur Selbstanalyse nur noch, daß wir uns klar werden, wie wir reagieren, wenn unsere persönlichen Stressverstärker wirken.

Die Frage, die wir uns hier stellen lautet: „Wie ist mein typisches Verhalten, wenn ich gestresst bin?“

Manche Menschen werden kurzatmig, wenn sie gestresst sind oder es schnürt sich ihnen der Magen zu. Andere reagieren gereizt oder gar cholerisch. Typische Symptome von dauerhaftem Stress sind beispielsweise, daß einem vermehrt Fehler unterlaufen, daß man leichter etwas vergisst und daß man sich immer mehr erschöpft und ausgelaugt fühlt.

 

Phasen 2 und 3: Strategieentwicklung und Umsetzung

Bis jetzt waren wir als Ursachenforscher in eigener Sache unterwegs. Die Antworten auf die Fragen in Phase 1 stellen unsere Basis dar, um unsere individuelle „Anti-Stress-Strategie“ zu entwickeln.

So können Stressauslöser (Stressoren) beispielsweise gezielt vermieden werden, wenn Sie erst einmal eindeutig identifiziert sind. Allerdings muß hierbei mit Bedacht vorgegangen werden, damit Vermeidungsstrategien nicht überhand nehmen und das Leben nicht zu einem einzigen Spießrutenlauf wird.

Sehr ergiebig sind in der Regel Antworten auf die Frage „Was setzt mich unter Stress?“. Hier zeigen sich unsere Persönlichkeitsmerkmale, mit denen wir uns selbst unter Stress setzen. Übertriebener Perfektionismus oder zu hoch angesetzte Kontrollansprüche können enorme Stressgeneratoren sein.

Es würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, auf die detaillierte Entwicklung einer persönlichen Strategie zur Reduzierung und Vermeidung von Stress im eigenen Leben einzugehen. Ich biete allerdings regelmäßig Seminare und Workshops an, in denen Sie unter Anleitung Ihre persönlichen Stressauslöser und Stressverstärker identifizieren und wir gemeinsam eine Strategie entwickeln, wie Sie dem Stress in Ihrem Leben erfolgreich begegnen können.
Wichtig ist auch, daß Sie Methoden kennen, wie Sie Ihre persönliche Strategie im Alltag ohne großen Mehraufwand umsetzen können, denn Sie möchten sich ja nicht noch zusätzlich unter Druck setzen. Auch das wird Ihnen im Seminar bzw. Workshop vermittelt.

Wenn Sie wissen möchten, wann der nächste Termin stattfindet und wie die Inhalte genau aussehen, dann klicken Sie hier ->

Ich hoffe, ich konnte Ihnen durch diesen und den letzten Beitrag nahebringen, daß niemand dem Phänomen Stress hilflos ausgeliefert ist – weder im Beruf, noch im Privatleben. Sie können Ihre persönliche Situation zum Positiven verändern, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen und wo Sie gezielt ansetzen können.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Christian Brandl

Der Umgang mit Stress kann erlernt werden – Teil 1

Die aktuelle Stressstudie der Techniker Krankenkasse mit dem Titel „Enstpann dich, Deutschland“ zeigt, daß das Phänomen Stress weiterhin auf dem Vormarsch ist. Im Vergleich zur Vorgängerstudie 2013 haben durchschnittlich 61% der Befragten mehr Stress als noch vor 3 Jahren. Auf die Frage, was sie denn stresst, gibt ungefähr jeder 2. Befragte die Arbeit als Hauptgrund an, gefolgt von den hohen Ansprüchen an sich selbst, zu vielen Terminen und Verpflichtungen, Teilnahme am Straßenverkehr und ständige Erreichbarkeit.

Die Krankenkassen sehen die Entwicklung mit Sorge, da die Fehlzeiten von Arbeitnehmern aufgrund psychischer Leiden stetig zunimmt – ein Hauptfaktor dafür ist der zunehmende Stress, da sind sich die meisten Bobachter einig.
Auch die Unternehmen sind von den Stressfolgen ihrer Mitarbeiter betroffen, da die betriebliche Leistung unmittelbar von der individuellen Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter abhängt. In einer Zeit des Fachkräftemangels spitzt sich die Situation nochmals zu, da Mitarbeiter, die ausfallen, nicht so leicht ersetzt werden können. Der Trend in den Firmen geht deshalb klar dahin, daß man die eigenen Mitarbeiter gezielt bei Themen wie Stressmanagement, Stressreduktion und Stressresilienz fördert.

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3 wirkungsvolle Tipps zur Steigerung von Stress in der Arbeit!

Obwohl Stress für viele Menschen heute eine sehr reale Bedrohung ihrer Lebensqualität und Gesundheit darstellt, sollte man die Dinge nicht immer zu ernst sehen und sie hin und wieder mit einem Schuß Humor würzen.

Deshalb habe ich heute für Sie keine Ratschläge parat, um Stress in der Arbeit zu vermeiden, sondern ich habe 3 wirkungsvolle Tipps für Sie, wie Sie sicherstellen können, daß Ihnen der Stress in der Arbeit nicht ausgeht!
Ob Sie meine Tipps befolgen oder das genaue Gegenteil davon tun, überlasse ihrem gesunden Menschenverstand ????

Tipp 1: Schieben Sie immer noch schnell was dazwischen!

Sollte einmal etwas Zeit zwischen zwei Tätigkeiten oder Terminen frei sein, dann versuchen Sie die verfügbaren Minuten dadurch zu füllen, daß Sie noch schnell irgendetwas erledigen, z.B. schnell etwas aufräumen, schnell ein paar Nachrichten auf dem Smartphone checken oder noch schnell etwas beginnen, womit Sie auf keinen Fall fertig werden, denn dann haben Sie eine offene Baustelle, die ihnen zusätzlich im Kopf umhergehen kann.
Am allerbesten funktioniert diese Stressstrategie, wenn Sie für Ihre dazwischengeschobene Tätigkeit etwas mehr Zeit verbrauchen, als Ihnen eigentlich zur Verfügung steht. Dadurch umgehen Sie nicht nur eine Möglichkeit zur Regeneration, sondern Sie sichern sich auch zusätzlichen Folgestress. Denn Sie werden jetzt versuchen müssen, die verlorengegangenen Minuten wieder aufzuholen und das garantiert Ihnen eine zusätzliche Portion Stress. Mit etwas Glück können Sie diesen paar Minuten den ganzen restlichen Tag hinterherlaufen, in dem Versuch, die verlorene Zeit wieder zurückzugewinnen.

Ein praktische Beispiel:

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2 gute Nachrichten zu Stress!

Liebe Leserin und lieber Leser meines Blogs,

sind Sie vielleicht auch davon überzeugt, daß Ihr Stress von außen kommt, weil Sie irgendetwas order irgendjemand nervt oder unter Druck setzt?

Neigen Sie zu dem Versuch, diese äußeren Umstände zu verändern damit Sie Ihre Ruhe zurückgewinnen?

Sehen sie sich diesen Videobeitrag an und Sie werden vielleicht überrascht sein, daß auch hier die Dinge nicht immer so sind, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen …

 

 

 

 

Die Möglichkeit, sich Ihre Teilnahme am Herbstseminar 2016
„DAS EIGENE LEBEN MEISTERN OHNE STRESS“
zum vergünstigten Frühbucherpreis zu sichern läuft am 31.08.2016 ab.
Wenn Sie am Seminar teilnehmen möchten, um zu lernen, wie Sie Ihren ganz persönlichen Stress in Beruf und Privatleben nachhaltig reduzieren können, dann warten Sie nicht zu lange!

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Christian Brandl